Deutsch Amerikansiche Freundschaft wurden 1978 in Düsseldorf als zunächst fünfköpfige
Industrial- und
Noise-Gruppe gegründet, wovon allerdings schließlich nur noch ein Duo übrig blieb, bestehend aus Sänger Gabi Delgado und dem Drummer und elektronischen Musiker Robert Görl. Auf dem deutschen Label AtaTak erschien 1979 und später auf Mute "Ein Produkt der D.A.F.", das erste deutsche
Industrial-Album. Die ersten Aufnahmen der Gruppe
Einstürzende Neubauten, die zwei Jahre später entstanden, weisen eine verblüffende Ähnlichkeit zum ersten DAF-Release auf, bei dessen Veröffentlichung sich Delgado und Görl bereits von der großen Gruppe getrennt hatten, die ohne die beiden als
Der Plan weitermachten. Ihre Wut und Wildheit war auch in Zeiten des
Punk besonders: "Die Lustigen Stiefel Marschiren über Polen" war beispielsweise ein atonaler, aggressiver Disco-Song über die Invasion Polens durch die Nazis. Solches Material sollte im politisch liberalen, historisch beschämten, und durch Terror geplagten politischen Klima in Deutschland um 1980 bewusst schockieren. Später bewegte sich das Duo dann weg vom Punk hin zu einer neuen Richtung, die sie "Electronic Body Music" bzw. EBM nannten. Mit "Alles Ist Gut" produzierten sie ein elektronisches Album, das seiner Zeit voraus war, und "Der Mussolini" wurde ein internationaler Clubhit. Obwohl DAF sowohl Innovationsgeist und solide technische Kenntnisse mitbrachten und von Kritikern immer wieder gefeiert wurden, wurden aus dem Duo keine Superstars. Während andere Künstler*innen, die Clubmusik machten, sich mit alternativen Sexualitäten und Lebensentwürfen eher schwer taten, waren DAF ganz offen zu diesem Thema, mit offensichtlich homoerotischen Albumcovern und Texten, die häufig sadomasochistische Referenzen enthielten. Obwohl der Industrial-Dance-Sound der Gruppe sicherlich kommerzielles Potential hatte, waren DAF ihrer Zeit zu weit voraus: Trotz eines enormen Einflusses auf modernen
House und
Techno erhielten sie nie die verdiente Aufmerksamkeit für ihr Schaffen.